GRADUATE SHOW 2013

ESMOD Berlin Internationale Kunsthochschule für Mode feierte am 10.06. die Kreativität des Abschlussjahrgangs 2013.

Die jungen Modetalente präsentierten in einer intimen Show in der französischen Botschaft, in Anwesenheit seiner Exzellenz des Botschafters Monsieur Gourdault-Montagne, ihre Diplomkollektionen und begeisterten das exklusive Publikum aus Mode- und Kreativschaffenden, sowie Pressevertretern.

Die internationale Jury, bestehend aus Businessprofis wie Andrea Rosso (55DSL), Daphne Cousineau (Valentino Couture), Marianne Castier (Louis Vuitton) und Hector Muelas (Apple Media Arts Lab)  hatte eine schwere Wahl zu treffen: unter 21 Kollektionen durften nur zwei Preise verliehen werden.

Der Prix du Jury wurde an Michael Klammsteiner mit seiner Kollektion Euphorie verliehen. In der Kollektion beschäftigte er sich mit Menschen und Städten, genauer, jungen Männern in London und Berlin und deren verschiedenen Arten, sich zu kleiden: cool und cheeky trifft auf raw und edgy.  Die Unterschiede sind hierbei nicht so wichtig wie die Gemeinsamkeiten: harte Schale (detailreiche Metallapplikationen) trifft faszinierenden Kern (aufwendige Verarbeitung).

Den Prix Créateur, die höchste Auszeichnung für ESMOD-Studierende, verlieh Andrea Rosso an Catharina Saffier und ihre Kollektion Closer. Näher zusammen bringt sie darin zwei Künstler ganz unterschiedlicher Welten. In ihrer Recherche entdeckte sie Parallelen zwischen der Untitled-Serie von Diane Arbus und den Gemälden der Passion Christi unter anderem von Hans Holbein. Bei dieser intellektualisierten Herangehensweise verlor Catharina Saffier aber die Kundin nicht aus den Augen: die entstandenen Kreationen sind minimalistisch und tragbar.

Außerdem vergab ESMOD Berlin den Preis der goldenen Nadel (Aiguille d’Or), eine Auszeichnung für besonderen Einsatz und Können über die gesamte Ausbildungszeit, an Marina Hörmanseder aus Österreich. Mit ihrer Kollektion ILPOX ging sie, ausgehend von der ursprünglichen, medizinischen Funktion des Korsetts,  auf die Suche nach der heilenden Funktion von Mode. Dabei erkundete sie skulpturale Formen aus auf den Körper abgeformtem Leder, die an Prothesen erinnerten. Auch Schnallen, Nieten und Bandagen kamen zum Einsatz, allesamt von Hand in einem aufwendigen Schaffensprozess verarbeitet. Marina Hörmanseder absolvierte zuvor ein Praktikum bei Alexander McQueen in London.